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Foto: Feuerwerk vor einem schwarzen Nachthimmel

2023 - Grund zum Feiern? | Foto: aROund

Artikel von Flo
Bereich
Wissen
Veröffentlicht
10.01.2024

Good News 2023

In den Nachrichten liest, sieht und hört man fast nur noch schlechte Neuigkeiten über Inflation, Krieg und den Klimawandel. Da diese Themen große Aufmerksamkeit erzeugen, berichten einige Medien sogar fast ausschließlich über die negativen Ereignisse und Entwicklungen in der Welt. Doch so gehen die guten Neuigkeiten und die Themen, die Hoffnung bringen, etwas unter. Im Jahr 2023 sind nämlich auch einige gute Sachen geschehen! Ein paar Beispiele dazu will ich hier auflisten, um zu zeigen, dass das Jahr 2023 doch nicht so schlecht war wie es vielleicht wirkte.

Mehr fürs Klima

Deutschland wurde 2023 bei der Stromproduktion deutlich umweltfreundlicher! Nachdem wir in den letzten Jahrzehnten ein eher geringes Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien hatten, haben wir es zum ersten Mal geschafft, mehr als die Hälfte unseres Stroms aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Vergangenes Jahr waren es 52 Prozent - das sind fünf Prozentpunkte mehr als 2022, so ZDF Heute. Bis spätestens 2045 soll Deutschland ganz klimanetral sein, so steht es im Klimaschutzgesetz der Bundesregierung.

 

Im Bereich der Photovoltaik hat Deutschland seine Ziele aus dem "Erneuerbare-Energien-Gesetz" von 9 Gigawatt mit tatsächlich erreichten 13,6 Gigawatt weit übertroffen (Daten der Bundesnetzagentur auf ZEIT Online). Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Bund Solaranlagen für Bürger mitfinanziert hat. In der Realität könnte es sogar noch mehr sein, da viele Balkonkraftwerke (noch) nicht angemeldet sind. 

Neue Tickets

Nicht nur in der Stromproduktion haben wir in Deutschland gute Fortschritte verzeichnet, sondern auch im Verkehr, dank des Deutschlandtickets! Nachdem 2022 das "Neun-Euro-Ticket" ein großer Erfolg war, hatte man sich in der Bundesregierung dazu entschieden, so ein Ticket in veränderter Form ab Mai 2023 weiterzuführen. Für 49,- Euro im Monat kann man nun Regionalbahnen, Busse, U- und S-Bahnen sowie andere regionale öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Studenten und Azubis zahlen dafür in Bayern sogar nur 29,- Euro! Dadurch haben nicht nur mehr Leute die Möglichkeit, die Öffis zu nutzen, sondern auch die Umwelt wird geschont, denn viele Autofahrten konnten so verhindert werden, so das Ergebnis einer "YouGov-Umfrage". Es gibt aber noch auch Verbesserungspotenzial. Vor allem in ländlichen Gegenden ist oft die Infrastruktur dafür schlecht oder schlichtweg gar nicht vorhanden.

 

Auch hier in der Region haben wir einen Erfolg zu feiern: Der MVV Beitritt! Seit dem 10.12.2023 sind der Landkreis und die Stadt Rosenheim Mitglied im Münchner Verkehrs-Verband. Somit benötigt man für Fahrten zwischen zum Beispiel Kufstein und München nur noch ein einziges Ticket und viele Einzeltickets wurden dadurch auch billiger.

Meere retten

Das "Ocean Cleanup"-Projekt hat 2023 ein neues System zum Entfernen von Plastikmüll aus den Ozeanen vorgestellt. Boyan Slat aus den Niederlanden rief 2013 die Initiative ins Leben, mit dem Ziel, die Weltmeere von Plastik zu befreien. Die Inspiration dazu fand er, nachdem er das Ausmaß der Plastikverschmutzung der Meere bei einem Tauchausflug in Griechenland selbst erlebt hatte.

 

Über mehrere Jahre entwickelte er in Zusammenarbeit mit der Universität Delft und vielen anderen Leuten mehrere Konzepte, das Plastik zu entfernen. Zuerst wurden an einigen Flüssen in Asien Netze gespannt, damit Müll aufgefangen wird bevor er ins Meer gelangt. Jedoch waren bereits große Mengen Plastik im Meer. Deshalb fährt seine Organisation nun mit zwei Schiffen und einem dazwischen gespannten Netz durch die Meere, um Plastik einzusammeln.

 

Mit der Zeit wurde dieses Konzept weiterentwickelt und das in 2023 erschiene System 03 hat nun eine Spannweite von 2,2 Kilometern, was dreimal die Spannweite des Vorgängers ist (The Ocean Cleanup Projekt).

Zwei Schiffe mit einem U-förmigen gespannten Netz zwischen ihnen auf dem Meer.
Das Meer von Plastik befreien | Quelle: The Ocean Cleanup 

 

Das eingesammelte Plastik wird verkauft, zum Beispiel als Material für Sonnenbrillen oder gar in Autos der Firmen KIA und Hyundai (Partner von The Ocean Cleanup). Aufgrund der hohen Kosten des Projekts sind die Organisatoren aktuell jedoch noch von Spenden abhängig. Dennoch zeigen die fortlaufende Innovation des Projekts und die Zusammenarbeit mit Unternehmen, dass die Bemühungen, die Ozeane von Plastik zu befreien, voranschreiten.

Mehr Gerechtigkeit beim Blutspenden

Eigentlich scheint es absurd, dass bis März 2023 schwule und bisexuelle Männer nur unter bestimmten Voraussetzungen Blut spenden durften, jedoch war dies tatsächlich jahrzehntelang so. Nach der AIDS-Pandemie der 1980er Jahre wurde gesetzlich festgelegt, dass Männer, welche mit anderen Männern Sex haben, überhaupt kein Blut spenden dürfen. Dies galt in dieser Form bis 2017! Damals wurde die Regelung so geändert, dass ein Mann höchstens ein Jahr vor dem Blutspenden Sex mit einem anderen Mann gehabt haben durfte. Auch als Frau durfte man übrigens ein Jahr lang keinen Sex mit Männern gehabt haben, welche wiederum auch Sex mit Männern hatten.

 

Diese Regelung hatte viele ohne einen wirklichen Grund diskriminiert, da gespendetes Blut sowieso auf Krankheiten, unter anderem auch auf AIDS, getestet werden. Im März 2023 hat die Bundesregierung das Gesetz so geändert, dass nun auch schwule Männer unter denselben Voraussetzungen wie jeder andere Blut spenden können. Kritik hierzu kam zwar von den AfD- und CDU/CSU-Fraktionen, jedoch wurden diese überstimmt. (Bericht dazu von ZDF Heute). 

 

Bei uns im Landkreis gibt es viele Orte, an denen man Blutspenden kann. Die nächsten Termine findet man immer auf der Website des BRK. Wie es ist, das erste Mal zum Blutspenden zu gehen, kannst du auch im Artikel von aROund -Redakteurin Melina lesen: Blutspenden - Nur ein Piecks oder doch schlimmer?

Und was kommt 2024?

Das Jahr hat gerade erst begonnen, doch auch 2024 wird wohl wieder viel los sein. Zum Beispiel ist es ein Superwahljahr. Unter anderem in den USA, Europa, Russland und Indien wird gewählt. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung lebt also in Ländern, in denen heuer gewählt wird. Auch du solltest wählen gehen, wenn du bis Juni mindestens 16 Jahre alt bist - denn bei der Europawahl darf man schon ab 16 Jahren wählen!

 

Ich persönlich freue mich dieses Jahr schon auf das langersehnte Selbstbestimmungsgesetz. Nachdem in Deutschland etwa vierzig Jahre lang das sehr diskriminierende "Transsexuellengesetz" galt, soll nun endlich ein neues Gesetz kommen, das das Leben von transgeschlechtlichen Personen leichter machen soll. Das Bundeskabinett hat sich hierüber bereits geeinigt, jetzt muss noch der Bundestag darüber entscheiden. Das Inkrafttreten ist für November 2024 geplant, so Queer.de.

 

Eines meiner anderen Lieblingsthemen ist die Raumfahrt. Auch hier soll sich 2024 viel tun. Die japanische Raumfahrtagentur JAXA plant zum Beispiel im September eine Sonde auf den Marsmond "Phobos" zu schicken, um dieses Gestein zu untersuchen. Indien plant für den Dezember, einen Orbiter zur Venus zu schicken, um diese zu untersuchen.

 

 

Das ist natürlich nur ein Bruchteil von vielen guten Sachen, die 2024 passieren werden.

Obwohl die letzte Zeit für den ein oder anderen vielleicht eher düster aussah, können wir uns aber über viel tolles freuen.

Jeden Tag eine gute Nachricht bringt dir zum Beispiel der WDR-Podcast COSMO!

 

Daily Good News - Podcast COSMO

 

 

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