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Ausschnitt aus einem gemalten Bild: Ein schwarz umrissener Löwenkopf und eine hell leuchtende Laterne

     Bild: Katharina

Artikel von Team aROund, Benni, Melina
Bereich
Kultur
Veröffentlicht
04.12.2022

Mehr Mut für alle! No.1

Wie Frederick, die Maus aus dem Kinderbuch, haben wir schon im Sommer farbenfrohe Geschichten und warme Gedanken gesammelt, um in der dunklen Jahreszeit von unseren Vorräten zu leben. Natürlich wollen wir das auch mit euch teilen! Es geht um Mut. Was macht mir Mut? Wer hat echten Mut bewiesen? Wann war ich selber mutig? Nicht nur die Redakteur*innen von aROund teilen ihre ganz persönlichen Mut-Geschichten, sondern auch viele andere Leute jeden Alters aus unserer Region, mit denen wir gesprochen haben. Fühl dich eingeladen und inspiriert zu eigenen Texten, die dann auch in dieser Reihe veröffentlicht werden!

Wo beginnt eigentlich Mut?

"Ich finde, es fängt schon im Kleinen an. Sich trauen, um Hilfe zu bitten oder seine Gefühle zuzulassen. Für sich selbst einstehen und an sich glauben, auch wenn es kein Anderer tut. Den Mut finden, ungeachtet der Meinung Anderer man selbst zu sein. Auch Vertrauen gegenüber Anderen erfordert Mut, vor allem, wenn man diesen Menschen Geheimnisse anvertraut. Jeder Mensch ist mutig, wenn er einfach tut, was er für richtig hält, egal was gesellschaftliche Normen dazu sagen.

Mutig war meine Tante, als sie als erste an einen Unfall auf der Autobahn kam. Dort war eine vierköpfige Familie in einem brennenden Auto eingeschlossen. Ihr erster Instinkt war, die Menschen zu befreien, obwohl sie sich damit selbst in große Gefahr gebracht hat. Nachdem es ihr gelungen ist, drei Personen zu befreien, wollte meine Tante nun auch noch die letzte Person retten. Doch ein anderer Autofahrer bemerkte die Unfallstelle zu spät und konnte nicht mehr bremsen. Meine Tante hat drei Menschen das Leben gerettet und dafür ihr eigenes gegeben. Das finde ich sehr mutig und an diesem Tag wurde meine Tante eine Heldin für mich."

 

 - Melina, 20 Jahre

Was hat Dich stark gemacht?

"Papa hat mir gezeigt, wie ich aufräumen soll und jetzt kann ich das schon selber! Dadurch fühle ich mich stark! Springen auf dem Trampolin kann ich auch!"

 - Katharina, 4 Jahre

 

"Mama und Papa haben gesagt, dass sie mich vermissen würden, dadurch fühle ich mich geliebt!"

 - Eliz, 5 Jahre

 

"Mein Papa hat mit mir ganz viel Sport gemacht und dann bin ich so stark geworden! Ich weiß, dass es keine Monster gibt, weil mir das die Mama und der Papa gesagt haben. Darum habe ich keine Angst!"

 - Melissa, 6 Jahre

Mut ist...

Mut ist

Nie aufzugeben

Zu weinen, zu schreien, sich selbst zu hassen

Sich trauen, zu fühlen

 

Mut ist

zu weinen, wenn man traurig ist,

und nicht, es zu verstecken,

denn nur wer zeigt, was ihn bewegt,

Gibt anderen die Chance, ihn zu entdecken

 

Mut ist

Nicht einfach so zu akzeptieren

Sondern zu reden und auch zu denken

und versuchen, es selbst zu lenken.

 

Mut ist

Wie ein Steinchenturm am Wasser,

der trotz der Wellen noch immer dort steht

 

Mut machen

Das kann ich gut,

denn da geht’s ja nicht um mich

 

Mut haben

Sich ein Herz fassen

Nicht alles immer beim Status Quo belassen

Sich was trauen

Und nicht gleich wieder ins düstere Labyrinth der Selbstzweifel abhauen

 

 - Benni, 20 Jahre

Was hat Dir im Leben Mut gemacht?

"Schon recht früh als Kind musste ich lernen, dass das Leben offensichtlich schwer sein wird. Ich musste schon sehr früh lernen, dass es wichtig ist, mutig zu sein.

Als der Krieg anfing, war ich 5 und wir waren zu Hause 6 Kinder. Meine Mutter war krank und mein Vater im Krieg. So war es für meine Mutter nur möglich, die Familie zu leiten, indem sie uns Kindern Aufgaben gegeben hat und darauf vertraut hat, dass wir sie auch entsprechend umsetzen. Meine älteste Schwester war 15. Sie musste in dieser Zeit ihr Landjahr ableisten (in der Zeit des Nationalsozialismus war es vorgegeben, nach dem achten Schuljahr die Vollzeitschulpflicht mit einem Landjahr - oft in einem sog. “Landjahrlager” abzuleisten – hier erhielten die Jugendlichen auch eine „Nationalpolitische Schulung“, Anm. d. Red.).

Ich musste mich um meine kleine Schwester kümmern, die erst zwei Jahre alt war. Es war für mich sehr schwer, sie in einem viel zu großen Kinderwagen in den Kindergarten zu bringen. Es hätte mir sehr gefallen, wenn mich auch hin und wieder mal jemand gefahren hätte, aber das war nicht möglich. Meine Mutter war sehr gläubig und hat uns Kinder auch in diesem Glauben erzogen. Wir haben oft gemeinsam Lieder gesungen und fest daran geglaubt, dass jeder von uns einen schützenden Engel bei sich hat. Dieser Glaube und das Wissen um meinen Engel hat mir Mut gemacht. Das ist auch bis heute so geblieben."

 

 - Eva, 88 Jahre

Was bedeutet für Dich Mut?

"Für mich bedeutet Mut, mit fester Entschlossenheit neue Wege und Pfade zu beschreiten und gegen die Strömung zu schwimmen."

 - Lukas, 15 Jahre

 

"Man muss sich trauen, was zu machen oder auszuprobieren, wovor man Angst hat. an muss an sich selbst glauben."
 - Andrea, 13 Jahre

 

"Für die eigene Überzeugung einstehen."

 - Julia

 

"Sich immer wieder aus der Komfortzone wagen."

 - Lea

Mitmachen und Mut machen

 

Das Thema Mut hatten wir uns beim Zamma Festival 2022 für eine gemeinsame Aktion mit dem BRK Jugendtreff Bad Aibling, den Pfadfindern der Advent-Gemeinde und dem Altenheim Haus Wittelsbach ausgesucht. Wir sind der Meinung, dass einem viel öfter Angst und Sorgen gemacht werden, als dass jemand einem Mut zuspricht und wollen einen anderen Weg zeigen. Lass dir Mut machen und mache auch Anderen Mut, zum Beispiel mit deiner persönlichen Mut-Story hier im Jugendmagazin aROund!

 

Schick sie uns per E-Mail an mitmachen@around-rosenheim.de!

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