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Foto von einem Gullideckel, auf dem der Kölner Dom aufgemalt ist. Er erinnert an ein Stoppschild.

Vorsicht Kölner Dom! | Foto: Maxi

Artikel von Franzi, Melina
Bereich
Kultur
Veröffentlicht
21.11.2019

Reisetagebuch Köln
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Wer die Anfänge von aROund als Teilnehmer miterlebt hat, der weiß, wie chaotisch das am Anfang war. Das war hauptsächlich dem geschuldet, dass wir alle keinen Plan hatten. Um den zu erarbeiten sind 6 Jugendliche (Benni, Julia, Maxi, Vitus und wir, Franzi und Melina) zusammen mit Anne und Hanna von der Kommunalen Jugendarbeit als Unterstützung nach Köln gefahren. Was genau wir dort dann alles gemacht haben, haben wir hier für Euch in Form eines Reisetagebuchs zusammengestellt.

Tag 1 (Mittwoch, 06.03.2019)
Der Anfang vom Ende

Morgens, als wir uns in Rosenheim trafen, waren wir alle sehr aufgeregt. Wir konnten es kaum erwarten, endlich loszufahren. Unsere Gruppe war fast vollständig, nur Anna fehlte noch. Leider teilte sie uns kurzfristig mit, dass sie aus gesundheitlichen Gründen, nicht an der Reise teilnehmen wird. Das versetzte unserer Laune gleich zu Anfang einen Dämpfer.

Dieser hielt zum Glück nicht lange. Auf der Zugfahrt nach Köln hatten wir alle viel Spaß beim Karten Spielen und bei lustigen Gesprächen. Doch die Aufregung steigerte sich ins Unendliche, als wir Bayern verließen und Köln immer näherkamen. Allerdings hatte Anne damit bereits gerechnet und einen journalistischen Arbeitsauftrag vorbereitet, der uns ein wenig ablenkte. Der Rest der Fahrt verging wie im Fluge und schon waren wir in Köln! Ab dem Zeitpunkt kam uns jede Stunde wie eine halbe vor. Nach einem kurzen Stopp im Hotel ging’s auch schon wieder weiter. Zusammen mit Matthias (Stadtführer) erkundeten wir einen Teil der Stadt. Die interessantesten Fakten im Überblick:

Foto einer Brunnenruine die überdacht wurde und um die ein Parkhaus herumgebaut wurde.
Alter Brunnen im Parkhaus, Foto: Franzi
Foto von einem Steinkrug, auf den das Kölsche Grundgesetz gedruckt ist und neben dem ein volles Kölsch-Glas steht.
Kölsche Kultur, Foto: Maxi

1. Kölner haben viele Rekorde

Das sieht man vor allem am Beispiel eines Weltrekord-Hochhauses. Dieses Gebäude war zuerst das höchste Bürogebäude der Welt. Als jemand Anderes dann ein höheres Gebäude gebaut hat, wurde es zum höchsten roten Bürogebäude der Welt und schließlich, weil auch dieser Rekord gebrochen wurde, zum höchsten roten Bürogebäude mit „Saturn“-Schriftzug. Diesen Weltrekord halten die Kölner bis heute, auch wenn er ursprünglich ein ganz anderer war.

 

2. Kölner schummeln bei jeder Gelegenheit

Köln wurde angeblich einst von 11 Jungfrauen gerettet, die sich für die Stadt opferten. Die Knochen dieser Jungfrauen wurden dann an Pilger und Mönche verkauft. Dieses Geschäft lief sehr gut, weshalb die Kölner den Verkauf nicht einstellen wollten, als selbst der gutgläubigste Mönch nicht mehr glauben konnte, dass noch Knochen der 11 Jungfrauen zum Verkauf übrig waren. Doch das war natürlich kein Problem für die gewitzten Kölner. Sie erfanden einfach 10.989 Jungfrauen dazu und sprachen fortan von den 11.000 Jungfrauen, die Köln gerettet hatten. Problem gelöst!

 

3. Kölner können nicht bauen

So waren es zum Beispiel nicht die Kölner selbst, die den Dom fertigstellten, sondern die Preußen, weil es die Kölner über mehrere Jahrhunderte hinweg nicht geschafft haben, am Bau weiterzuarbeiten.

 

4. Kölner sind faul

Das sieht man besonders schön anhand der Parkgarage unter dem Kölner Dom. Während des Baus wurden wertvolle Architekturfunde entdeckt. Anstatt diese aufwändig zu bergen, wurden sie einfach „umbaut“. Man hat sie also in das Parkhaus integriert und Interessierte können sie dort besichtigen.

 

5. Kölner haben ihr eigenes Grundgesetz

Da sich die Kölner sowieso an keine allgemein gültigen Regeln halten, haben sie einfach ihr eigenes Gesetz verfasst, welches man jetzt an jeder Straßenecke Kölns in den verschiedensten Formen und Farben finden kann

 

Abends sind wir dann in ein typisch Kölsches Brauhaus gegangen, wo die meisten von uns traditionsbewusst ihr erstes Kölsch probiert haben. Zurück im Hotel spielten wir noch ein paar Runden Karten und gingen anschließend ins Bett.

Foto: Ein junger Mann steht gestikulierend vor einem Plakat und redet mit den aROund-Redakteuren.
Erik erklärt, Foto: Maxi

Tag 2 (Donnerstag, 07.03.2019)
Von Eichhörnchen, Nüssen und qualmenden Köpfen

Schon fast früh am Vormittag irrten wir durch Köln auf der Suche nach Squirrel & Nuts. Dort warteten bereits Erik und Frederick auf uns. Zusammen mit ihnen erarbeiteten wir verschiedenste Dinge, unter anderem einen Webseiten-Entwurf.

Foto: aROund-Redakteure, die um einen Tisch sitzen, auf dem viele verschiedene Farbkarten ausgelegt sind.
Farben-Poker, Foto: Benni

 

Mittags haben wir uns Pizza bestellt. Danach machten wir uns an die Farbauswahl. Keiner von uns hätte gedacht, dass es so viele verschieden gleiche Farben gibt!

Als wir bemerkten, dass wir schon über 8 Stunden im Büro arbeiteten, war Frederick sehr verwundert über unsere schier unendliche Motivation und vor allem auch Konzentration. Abends hat Erik dann für uns alle Gemüsesuppe gekocht. Um den Tag ein wenig abzurunden, haben wir uns danach den Film „Die Verlegerin“ angeschaut. So kam es, dass wir an diesem Tag ziemlich genau 12 Stunden bei S&N waren. Danach sind wir alle todmüde in unsere Betten gefallen.

Tag 3 (Freitag, 08.03.2019)
Nägel mit Köpfen

Am Freitag wurde es ernst. Nachdem wir morgens alle wie Untote aus unseren Zimmern gekrabbelt sind, beschwerten sich alle anderen über nächtliche Ruhestörungen, die wir beide gar nicht bemerkt hatten. Trotz aller Widrigkeiten erschienen wir wieder pünktlich um 10 Uhr bei S&N. Dort mussten wir wichtige Entscheidungen treffen. Wir legten ein paar wichtige Details für das Logo fest und teilten dann die Gruppe.

Benni, Vitus und Hanna blieben bei Frederick und gestalteten das Logo, während der Rest von uns mit Erik journalistische Erfahrungen sammeln sollte. Dafür wanderten wir durch ein paar Straßen und Erik erzählte uns Geschichten, die es zu überprüfen galt. Am Anfang war es eine große Herausforderung für uns, in die fremden Gebäude zu gehen und unbekannte Menschen anzusprechen, doch das legte sich mit der Zeit. Zum Schluss sind wir sogar selbstständig in ein Gebäude gegangen, von dem wir nur wussten, was Google Maps uns dazu verraten hatte. Nämlich, dass es ein sehr schickes Hotel ist und dass dort sogar schon wichtige Politiker übernachtet haben. Drinnen wurden wir dann von einem sehr freundlichen und hochmotivierten Azubi empfangen, der uns bereitwillig alles erzählte, was er über das Gebäude wusste. Am Ende konnten wir die Geschichte eines potthässlichen und trotzdem denkmalgeschützten Hauses erzählen.

Foto von drei aROund-Redakteuren, die mit Notizblock und Fotokamera in der Stadt unterwegs sind.
Geschichten-Sammler, Foto: Julia
Gruppenfoto mit sechs aROund-Redakteuren, Anne, Hanna, Frederic und Erik, die auf einen Bildschrim zeigen, auf dem das aROund-Logo abgebildet ist.
Unser Logo, Foto: aROund

Zurück bei S&N verfassten wir dann verschiedene Artikel, die später als Textbeispiele für die Webseite dienen sollten.

Trotz der kurzen Arbeitszeit waren wir alle mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Während wir schrieben kochte Erik Spaghetti für uns. Nach dem Mittagessen stellten Frederick und die Anderen die Logos vor. Innerhalb kürzester Zeit stand unser Favorit fest. Daraufhin lasen wir unsere Artikel vor und jeder von uns konnte konstruktive Kritik äußern.


Als Frederik uns den ersten Website-Entwurf zeigte, waren wir alle total beeindruckt. Keiner hätte erwartet, dass wir das tatsächlich hinbekommen. Während ein erweiterter Entwurf in Arbeit war, hatten wir Zeit, unseren kurzen Aufenthalt in Köln zu reflektieren und uns bei Erik für seine Hilfe zu bedanken. Der erweiterte Entwurf war noch viel beeindruckender als der Erste. Langsam realisierten wir, dass unsere Webseite nahezu fertig war. Darüber haben wir uns alle sehr gefreut. Dann hieß es Abschied nehmen. Wir bedanken uns beim Team von S&N und machten noch einige Gruppenfotos.

 

Abends sind wir dann zu einem arabischen Restaurant gegangen, wo wir nur Vorspeisen gegessen haben, dafür aber viele. Danach sind wir noch eine halbe Stunde durch die Stadt gewandert, bis es uns zu langweilig wurde und wir im Hotel Gurdians of the Galaxy Vol. 2 angeschaut haben.

Tag 4 (Samstag, 09.03.2019)
Home sweet Home

Schon vor 9 Uhr mussten wir unsere Zimmer räumen und voll bepackt in der Eingangshalle stehen.

Mit unseren Rucksäcken und Koffern beladen veranstalteten wir eine Miniatur-Völkerwanderung zum WDR. Dort suchten wir verzweifelt den Besuchereingang und wurden auf Grund unseres Gepäcks fälschlicher Weise für Teilnehmer des Konzerts „Jugend Musiziert“ gehalten. Als wir endlich den richtigen Eingang gefunden hatten, ging unsere Führung auch schon fast los. Leider waren wir von dieser Tour ziemlich enttäuscht. Man hat zwar gemerkt, wie viel Mühe sich die Frau gegeben hat, die uns den WDR gezeigt hat, doch die Inhalte waren sehr trocken und langweilig, was es unmöglich machte, die Führung spannend zu gestalten.

Nichts desto trotz hat uns der Klangraum, der in Hörspielen für Außenszenen gedacht ist und der Schall schluckt, sehr überrascht. Obwohl wir so laut geschrien haben, wie wir konnten, hat man uns am anderen Ende des Raums kaum gehört. Auch der Klaus-von-Bismarck-Saal, in dem die Konzerte stattfinden, hat etwas Faszinierendes an sich. Die Wände und die Decke des Saals bewegen sich mit der Musik, um die Schallwellen besser transportieren zu können. So hört man in der letzten Reihe genauso gut wie in der ersten.

Foto zeigt einen rundum schalldichten Raum mit gepolsterten Wänden. Es stehen ein Tisch und zwei Mikrofone an Stativen darin.
Stilles Örtchen, Foto: Maxi
Foto zeigt einen leeren, rot gepflasterten Platz vor einem grauen Gebäude
Heinrich-Böll-Platz, Foto: Maxi

Als die Führung vorbei war haben wir uns in kleine Gruppen aufgeteilt, haben eine Kleinigkeit gegessen und uns mit Proviant für die Heimreise ausgestattet. Während unserer Nahrungssuche sind wir an einem höchst eigenartigen Platz, dem Heinrich-Böll-Platz, vorbeigekommen. Man durfte ihn nicht betreten, da unterirdisch gerade eine Musikprobe der Kölner Philharmonie stattfand. Bei diesem unterirdischen Gebäude handelt es sich um eine Fehlkonstruktion. Da die Decke sehr dünn ist, hört man im Inneren die Schritte der Passanten, die über den Platz laufen.

Zum Abschluss sind wir dann noch über die Hohenzollernbrücke gegangen. Dort hängen überall Liebesschlösser. Es würde bestimmt eine Ewigkeit dauern die alle zu zählen. Leider hatten wir nicht viel Zeit, denn wir waren schließlich auf dem Weg zum Bahnhof. Dort wartete schon der Zug nach München auf uns. Zum einen waren wir natürlich traurig, dass die schöne Zeit in Köln vorbei war, aber auf der anderen Seite freuten wir uns auch alle schon wieder auf Zuhause. Die Zugfahrt zurück war ein schöner Abschluss. Wir haben zwar wieder viel an unseren Texten gearbeitet und vor allem die ganzen Fotos aussortiert, die Maxi über 4 Tage angesammelt hatte, aber wir haben auch viel gelacht. Auch haben wir unsere mangelnde Allgemeinbildung bewiesen, als wir Stadt, Land, Fluss gespielt haben.

Foto vom Geländer der Hohenzollernbrücke mit unzähligen bunten Liebesschlössern am Geländer.
Wir lieben Köln, Foto: Maxi

Mit nach Hause gebracht haben wir unseren Slogan (S‘ Beste an Rosenheim is drumrum), unser Logo, unsere Farben, unsere Schriftart und den ersten handfesten Entwurf unserer Website.

Außerdem bringen wir viele neue Eindrücke und Erinnerungen mit, die man nur in Köln, einer wirklich einzigartigen Stadt, gewinnen kann. Wir können es nur sehr empfehlen die Sehenswürdigkeiten Kölns selbst zu besuchen.

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