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Auf dem Bild erkennt man eine schwarze Spüle und zwei Hände, die unter laufendem Wasser gewaschen werden.

Händewaschen nicht vergessen! :) | Foto: Lena H.

Thema
Wissen
Redakteur | In
Lena H.
Veröffentlicht
14.03.2020

Das Coronavirus: Grippe? Oder doch nicht so harmlos?

Über 137 000 Menschen infiziert, mehr als 5000 tot. Das sind die Zahlen, die seit Beginn des Jahres 2020 die ganze Welt in Atem halten – und sie steigen stetig und immer schneller: Das Coronavirus versetzt nach und nach den gesamten blauen Planeten in den Notstand.

Symptome

 

Jetzt möchte Mancher vielleicht erwarten, dieser gefährlich klingende Virus führe zu äußeren Erscheinungsveränderungen wie Ausschlag oder Ähnlichem bevor es zum Tod kommt, jedoch äußert sich der Coronavirus mit grippeähnlichen Symptomen. Dazu gehören: Husten, Schnupfen, Fieber, trockener Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall und Übelkeit.

Junge Leute

 

Dadurch wiederum glauben aber Viele, der Coronavirus sei nichts weiter als eine Grippe, die nur alten und kranken Menschen etwas anhaben kann, der von den Medien aufgebauscht wird und die Jugend nicht betrifft. Es stimmt zwar, dass die älteren Menschen (vorwiegend Männer) von dem Virus betroffen sind und die Erkrankung bei Kindern bislang recht milde verläuft, jedoch reicht die Datengrundlage noch nicht aus, um mit Gewissheit sagen zu können, dass jüngere Kinder nicht von dem Coronavirus betroffen wären. AUßERDEM kann man auch ohne selbst Symptome zu zeigen die Krankheit sehr wohl auf andere, zum Beispiel ältere Menschen übertragen und ihnen dadurch schaden!

Mit diesem Artikel möchte ich Dich in erster Linie über den Coronavirus informieren und Dir somit die Informationsbeschaffung erleichtern. Auf die Idee dieses Artikels bin ich einerseits gekommen, als ich mir die Frage stellte, was denn meine Mitmenschen interessieren könnte (ganz nach dem Motto, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen) und andererseits, nachdem ich von verschiedensten Theorien und Schutzmaßnahmen, den Virus betreffend, gehört hatte.

Ich beginne mal am Anfang: Von der chinesischen Provinz Hubei, um genau zu sein von der Hauptstadt Wuhan aus hat sich Anfang des Jahres 2020 eine neuartige Variante des Coronavirus ausgebreitet. Nachdem es erst China verlassen und sich auch in umliegenden Ländern wie Japan, Südkorea oder Thailand ausgebreitet hat, war das Virus nicht mehr zu stoppen und betraf bald darauf auch Amerika, Australien und Europa (→ Afrika ist bis jetzt weitestgehend von Corona verschont).

China

 

In dem `Ursprungsland` China sind und bleiben im Moment fast alle Schulen und Universitäten bis auf Weiteres geschlossen und in Wuhan können sich immer noch Millionen von Menschen nicht frei bewegen, was verständlich ist, bei fast 81 000 infizierten und 3 189 Toten.

Allerdings sinken die offiziellen Ansteckungszahlen dort seit Tagen (Samstag, den 14.03.2020, waren es nur 11 neu nachgewiesene Fälle!), weshalb Menschen in Hubei zumindest teilweise wieder in der Provinz reisen können, in Großräumen wie Shanghai wieder in Firmen, Büros und Fabriken gearbeitet wird und die Leute im restlichen Land wieder das Haus verlassen, um sich dann morgens auf dem Weg in die Arbeit in Staus oder überfüllte U-Bahnen zwängen.

Dies wird von dem Robert-Koch-Institut jedoch sehr kritisch angesehen, da es dadurch „selbstverständlich wieder eine Zunahme von Fällen geben“ wird.

Italien

 

Überraschenderweise befindet sich das Land mit den meisten Coronafällen nach China in Europa: Italien, mit mehr als 17 600 Infizierten. Da dort schon über 1 266 Tode vermerkt sind und diese Zahl stetig größer wird, versucht Italien so gut es geht, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen durch Maßnahmen wie die Schließung von Bars, Restaurants und fast allen Geschäften (ausgenommen Supermärkten, Drogerien sowie Apotheken) seit Mittwoch, dem 11.03.2020. Bei unerlaubtem Reisen im eigenen Land drohen sogar hohe Geldbußen oder bis zu drei Monaten Haft!

Zudem soll die Ausbreitung auch mithilfe eines 25-Milliarden-Programms verzögert werden, durch welches beispielsweise Betreuungsgutscheine für die Kinder von berufstätigen Eltern finanziert werden sollen oder die Einstellung von über 5 000 Medizinern und 15 000 Krankenschwestern und Sanitätern erfolgen soll.

Auch außerhalb Italiens werden Initiativen ergriffen: alle Flüge nach Italien werden gestrichen und viele Länder lassen keine Italiener mehr einreisen.

USA

 

Das anscheinend am wenigsten informierte Staatsoberhaupt ist, wer hätte es gedacht, Donald Trump. Während in den USA schon mehr als 1 000 Ansteckungen erfolgt sind, es schon über 40 Todesfälle gibt und die Vereinigten Staaten gerade in Panik verfallen, weil die Regierung nicht genügend Tests bereitstellen kann, verhängt Trump einen 30-tägigen Einreisestopp für Europäer in die USA (ausgenommen Reisende aus Großbritannien), wodurch der DAX schon um mehr als 12% gesunken ist, was einem deutlich zeigt, wie sehr sich der Coronavirus auf die Wirtschaft auswirkt.

Dazu kommt, dass Trump selbst mehrfach Kontakt mit Politikern hatte, die nun unter Quarantäne stehen. Statt die Bürger über seine Meinung dazu aufzuklären, beschimpft der Präsident der Vereinigten Staaten die Gouverneure von Washington und New York wegen der dort vorliegenden hohen Fallzahlen. Zu den Aufforderungen von Virologen, seine Aufmerksamkeit auf die Verlangsamung des Virus zu lenken, sagte er, nach Angaben der Medien, erstmal nichts. Am 13.03.2020 jedoch ergreift Trump dann doch endlich weitreichende Maßnahmen zur Bereitstellung von Tests, allerdings kommen diese viel zu spät und der Virus hat sich in den USA bereits enorm, doch unerkannt, ausgebreitet!

Deutschland

 

Dagegen ist Deutschland am Freitag, den 13.03.2020, sehr von den 9 Todesfällen in der Republik getroffen, die sicherlich nicht die Letzten bleiben werden, wenn man die Anzahl von 3 634 bestätigten Fällen in ganz Deutschland betrachtet.

Weltweit wächst das Misstrauen auch gegenüber Einreisenden aus Mitteleuropa: Deutsche müssen in Ländern wie China, Kroatien, Benin oder Bosnien-Herzegowina direkt nach der Ankunft für mindestens 2 Wochen in Quarantäne, und in Länder wie Dänemark, Polen, Tschechien, Italien, Türkei, USA, Indien oder Jamaika haben explizit Deutsche ein Einreiseverbot.

Mehr Informationen zu Einreiseverboten findest du hier.

Und die aktuellen Zahlen zur Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland: hier.

Bayern

 

Auch in unserer wunderschönen Heimat Bayern sieht es mit mindestens 558 bekannten infizierten Personen nicht gut aus, weshalb der Ministerpräsident Markus Söder am 13.03.2020 um 9:00 Uhr bekanntgab, dass im gesamten Bundesland bis zum Ende der Osterferien am 20.04. die Schulen und Kitas geschlossen bleiben bleiben, was zwar vernünftig erscheint, jedoch Folgen haben wird, da es ca. elf Millionen Kinder unter 14 Jahren gebe, die eine Betreuung bräuchten, auch von Eltern, die in systemkritischen Berufen tätig sind (wie z.B. Ärzte). Um dieses Problem zu beheben, kündigte Kultusminister Michael Piazolo einen Notfallplan für die Betreuung ebendieser Kinder an.

Zusätzlich kam es zu einem Aufruhr wie und ob denn das Abitur stattfinden würde, worauf das Kultusministerium klarstellte, dass das Ziel eine faire Durchführung des Abiturs bei gleichzeitiger Eindämmung des Virus sei und alle Prüfungen am 30.04. beginnen sollen. Die Hochschule München versucht, die fehlenden 21 Unterrichtstage durch ein um 5 Tage verlängertes Sommersemester auszugleichen und die bislang vorlesungsfreien Tage an Pfingsten mit Vorlesungen und Onlineangebote der Dozenten zu nutzen.

 

Der drastische Anstieg der mit dem Coronavirus Infizierten führte schon dazu, dass der Freistaat Bayern erst Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen untersagt hatte und Söder nun sogar ankündigte, dass bereits Großveranstaltungen mit mehr als 100 Personen abzusagen seien, was zur Folge hat, dass in jeglicher Art von Stadion sogenannte Geisterspiele, also Spiele ohne Zuschauer, stattfinden. Dafür treffen sich jetzt dicht gedrängte Menschenansammlungen zum Public Viewing in Clubs, Pubs, u.ä. …

Auch die geplante Fridays for Future Demo, das Rosenheimer Starkbierfest, Gottesdienste und alle anderen ähnlichen Veranstaltungen wurden aus diesem Grund abgesagt.

 

Lass mich meine Ausführungen aber mit einer sehr erfreulichen Nachricht abschließen: nächsten Dienstag/ Mittwoch soll in einem Klinikum in Weilheim ein neues Medikament dank einer Sondergenehmigung getestet werden können (es wurde ursprünglich gegen Ebola entwickelt). Bei ersten Verabreichungen in Amerika und China sollen sich die Symptome bereits nach einem Tag verbessert haben.

Aber wie verbreitet sich der Virus denn eigentlich?

 

„Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist über Tröpfchen. Die Übertragung kann direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut oder der Augenbindehaut in Kontakt kommen.“ (Zitat des Bundesgesundheitsministeriums)

Nach der Ansteckung dauert es bis zu 14 Tage bis die oben genannten Symptome auftreten, was sehr erschreckend ist, wenn man bedenkt, dass man schon seit 2 Wochen mit Corona infiziert sein könnte ohne zu wissen, bei wem man sich und wen man selbst bereits angesteckt haben könnte.

Aber zumindest hinsichtlich der Kosten kann ich Dich beruhigen: Seit dem 28.02.2020 übernimmt die Krankenkasse die Testung auf den Coronavirus. Die einzige Voraussetzung ist die Entscheidung eines Arztes, ob man getestet werden sollte oder nicht.

Um sich und Andere vor dem Virus zu schützen, muss man folgende Dinge beachten:

Wie bei jeder normalen Grippe auch, sollte Jeder auf regelmäßiges und gründliches Händewaschen und richtiges Husten und Niesen achten (in die Armbeuge oder Wegwerftaschentücher!). Ebenfalls sollte man Abstand zu Erkrankten halten, das Händeschütteln unterlassen, öffentliche Verkehrsmittel meiden, von zu Hause aus arbeiten und allgemein jeglichen Kontakt reduzieren.

Ältere Menschen sollten sich außerdem auch gegen Pneumokokken (verursachen Mehrzahl aller bakteriellen Lungenentzündungen) impfen lassen.

Am Karo in Rosenheim

 

Ich selbst bin auch schon mitten in der Corona-Krise, nachdem meine Schule, das Karolinen-Gymnasium Rosenheim, schon am Dienstag, dem 10.03., geschlossen wurde, weil bei zwei Schülern das Coronavirus festgestellt worden war. Einige Lehrer haben uns schon davor im Unterricht auf eine baldige Schließung der Schule angesprochen und mehrere meiner Lehrer haben uns auch schon spätestens nach drei Tagen den benötigten Lernstoff zukommen lassen. Auch die Lehrer aus anderen Kursen haben mit ihren Schülern Kontakt aufgenommen, Aufträge verteilt, Klausurstoff zusammengefasst und sie auf einer Lernplattform mit Material versorgt. Eine Lehrerin hat sich sogar extra mit ihren Schülern getroffen und die Lektüre verteilt.
Also: die Lehrer haben (zumindest bei uns) alles unter Kontrolle und geben ihr Bestes, uns nicht blind ins Abitur laufen zu lassen. Um ehrlich zu sein, finde ich persönlich dieses System auch viel entspannter, da man sich genau dann, wenn man motiviert und konzentriert ist, hinsetzten und die Aufträge erledigen kann.

Mein Appell

 

Zum Ende hin würde ich Dich noch gerne dazu aufrufen, NICHT in Panik zu verfallen, da, wenn man sich entsprechend verhält, auch schneller ein Gegenmittel gefunden und angewandt werden kann, und Panik (wie in jeder Situation) auch nicht weiterhilft. Außerdem halte ich Dich UNBEDINGT dazu an, auf KEINEN FALL die Atemmasken in den Krankenhäusern und Artztpraxen zu stehlen, welche von dem Personal selbst DRINGEND gebraucht werden!

Ich wünsche Dir eine gesunde und nicht-langweilige schulfreie Zeit. Auf dass wir im Sommer nicht alle Zuhause vergammeln. :)


Quellen der Informationen über : China, die USA1 / USA2 und Italien