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Foto, das einen Ausschnitt der Sitzreihen in einem fast leeren Kinosaal zeigt. Im Hintergrund sitzen drei kleine Kinder.

Foto: aROund

Thema
Unterhaltung
Redakteur | In
Benni
Veröffentlicht
20.12.2019

Filmkritik: Frozen 2
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Sechs Jahre nach dem Überraschungserfolg "Frozen" aus dem Hause Disney kommt mit "Frozen 2" die Fortsetzung in die Kinos und soll in die immensen Fußstapfen des ersten Teils treten. Doch kann der Film den hohen Erwartungen der zahlreichen Fans gerecht werden?

 "Die Eiskönigin 2" läuft 103 Minuten und ist damit nur unwesentlich länger als Teil 1, was dem Film in Anbetracht dessen, wie viel mehr Story die Zuschauer in der Fortsetzung erwartet, eine deutlich klarere Struktur gibt. Jedoch gibt der Film auch mehr Tempo vor, was in manchen Szenen zu eher hektischen Dialogen führt und worunter leider auch die Stimmung ein wenig leidet. Dennoch ist deutlich mehr Handlung und Geschichte rund um Arendelle und dessen Bewohner zu erleben, was dem Film auf emotionaler Ebene sowie bei Charakterentwicklungen sehr gut tut.

 

Die Geschichte baut sich in weiten Teilen des Films auf, ist teilweise etwas vorhersehbar, aber nie langweilig, da der Film mit seinen einzelnen Hauptprotagonisten sehr situationsabhängig daherkommt. Es gibt eine gesunde Abwechslung zwischen Story und nebensächlicheren, ausschmückenden Momenten, welche besonders durch Olaf lebendig werden. Der kleine Schneemann begeistert den Zuschauer ungeachtet der Altersgruppe durch seine fein erarbeitete Charakterentwicklung während des Films und lässt ihn sowohl in manchen Momenten laut auflachen als auch den traurigsten Moment des Films erzeugen. Er glänzt als Aufheiterung in vielen Szenen und ist durch seine tollpatschige Art nicht ohne Grund ein absoluter Publikumsliebling, nach dem zweiten Teil wahrscheinlich sogar noch mehr.

Elsa, Anna, Kristoff und Sven tragen die Handlung und sind ihrer auch charakterlich absolut gewachsen, wobei Anna in diesem Film etwas weniger Zeit auf dem Bildschirm bekommt als Elsa, aber nicht weniger wichtig ist. Kristoff und Sven sind solide geschrieben, wobei gerade Kristoff deutlich an Wichtigkeit und Präsenz verliert. Das Rentier muss man einfach mögen.

 

Technisch gesehen bewegt sich der Film auf höchstem Niveau. Die Szenen und Einstellungen sind mit Bedacht gewählt und die Charaktere in ihrer Umgebung dadurch sehr passend inszeniert. Die Orte der Handlung sind, außer dem verzauberten Wald, der in sich ein wenig zu ähnlich dargestellt wird, gut gewählt und detailliert dargestellt. Generell lebt der Film von seiner tollen Gestaltung der Umgebung und des Magischen. Alles sieht wunderschön aus und nimmt den Zuschauer sehr gut in diese fantastische Welt mit. Das 3D ist wertig und passend eingesetzt, wenngleich es kein Muss für diesen Film ist, jedoch durchaus zur "Frozen-Stimmung" beiträgt.

 

Die Musik spielt im Film, genau wie im Vorgänger, eine tragende Rolle. Sie ist etwas besser in die Geschichte eingebunden als im ersten Teil, funktioniert aber leider trotzdem nicht so gut wie dort. Dennoch hat sie großes Potential und definitiv Ohrwurmcharakter. Einzelne Songs sind deutlich größer orchestriert als im Teil davor, was dem Film durchaus in diesen Momenten gut tut. Der Wiedererkennungswert ist auch gegeben, kommt aber nicht an "Let it go" ran.

Die deutsche Version ist gut synchronisiert und Hape Kerkeling glänzt als Olaf. Der Soundtrack auf Deutsch hört sich sehr gut, erzeugt aber nicht die exakt gleiche Stimmung wie im englischen Original.

 

Alles in Allem glänzt "Frozen 2" durch seine Detailverliebtheit, eine ausgeschmücktere Geschichte als im ersten Teil und durch liebenswerte Charaktergestaltung sowohl visuell als auch emotional. Der verzauberte Wald und andere Orte sind von bunt und lebendig über magisch und rätselhaft bis hin zu kalt und trist sehr abwechslungsreich und wunderschön dargestellt. Dem entgegen stehen ein nicht ganz so starker Soundtrack sowie ein etwas hektischer Handlungsablauf. Aus dem 3D hätte man noch mehr machen können und das Filmende verläuft etwas zu seicht.

 

Das ist jedoch alles Meckern auf sehr hohem Niveau, weshalb der Film von mir in seinem Genre als Animations- beziehungsweise Abenteuerfilm 8 von 10 möglichen Punkten bekommt. Insgesamt erhält der Film 7 von 10 möglichen Punkten und ist damit allemal sehenswert für alle Animationsfilm-Liebhaber, aber auch für die, die es noch werden wollen.

Video: "DIE EISKÖNIGIN 2 – Offizieller Trailer" (Quelle: YouTube | Kanal: Disney Deutschland | vom 20.12.2019)